Bei jedem Wetter fahrbereit

Ziel

Einen erheblichen Anteil am weltweiten Verbrauch fossiler Rohstoffe hat der aus Erdöl hergestellte Motorenkraftstoff für Fahrzeuge aller Art. Obwohl moderne Techniken den Bau immer sparsamerer Fahrzeuge ermöglichen, ist aufgrund der zunehmenden Mobilität von Menschen und Waren weltweit kein wesentlicher Rückgang des Kraftstoffverbrauchs zu erwarten. Dies hat einen ungebremsten Ausstoß von klima- und umweltschädlichen Abgasen zur Folge. Hinzu kommt die kontinuierliche Verteuerung der Kraftstoffpreise. Deshalb wird nach möglichen Alternativen zur Herstellung von Motorenkraftstoff aus Erdöl gesucht. Eine findet sich auf unseren heimischen Feldern: Der aus Rapsöl gewonnene Rapsmethylester (RME, Biodiesel) hat sich bereits als Motorenkraftstoff bewährt.
In einem im Jahr 1996 begonnenen Feldversuch sollte nun überprüft werden, ob sich der Einsatz von kaltgepresstem, in der Region gewonnenen reinem Rapsöl als Motorenkraftstoff für Dieselfahrzeuge verschiedener Fahrzeugtypen im Dauereinsatz bewährt und welches Verhalten diese Motoren bei dessen langfristigem Einsatz unter den unterschiedlichen Fahr- und Wetterbedingungen zeigen.

Projekt

Mit der in einem Industriecontainer installierten Pflanzenölpresse wird naturbelassenes Rapsöl (Naturdiesel) produziert. Die positiven Erfahrungen mit fünf Diesel-PKW, die in einem Vorprojekt auf reinen Rapsölbetrieb umgestellt wurden, schufen die Grundlage dafür, dass bis Frühjahr 2000 weitere 60 Diesel-Kraftfahrzeuge (PKW, Geländewagen und Transporter verschiedener Fahrzeughersteller) umgerüstet wurden. In das Projekt wurden Fahrzeuge aus ganz Baden-Württemberg einbezogen, wobei der Schwerpunkt in der Region Iller-Donau-Alb lag. Gefördert wurden die Mehrkosten der Umrüstung auf den Rapsölbetrieb einschließlich Oxydationskatalysator.


Erfahrungen

Die Umrüstung von Dieselmotoren nach dem Vorkammersystem unterschiedlicher Hersteller ist technisch möglich und machbar. Die Motorleistung der umgerüsteten Fahrzeuge wurde nicht beeinträchtigt. Der Kraftstoffverbrauch war bei Rapsölbetrieb teilweise niedriger,
gelegentlich auch höher. Es traten keine umstellungsbedingten Störungen auf. Der Winterbetrieb wurde von den Fahrzeugnutzern, trotz teilweise strenger Fröste während der Projektlaufzeit, als problemlos beurteilt.

Bedeutung für den ländlichen Raum und die Umwelt

Durch den erfolgreichen Einsatz von Rapsöl als Motorkraftstoff ist der Rapsanbau auf stillgelegten Flächen in der Region für die Landwirtschaft auch zukünftig von wirtschaftlicher Bedeutung. Der Anbau von Winterraps auf Stilllegungsflächen mindert die Nitratverlagerung ins Grundwasser, da er den Boden den ganzen Winter über bedeckt hält. Die zahlreichen viehhaltenden Betriebe können ihre anfallende Gülle, deren Ausbringung in den in der Region großflächig



Bio-Kraft-Gesellschaft für nachwachsende Rohstoffe mbH Ulm
Geschäftsstelle Dietingerstraße 5
89134 Blaustein-Markbronn
Telefon 07304/919059
Telefax 07304/919055

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ausgewiesenen Wasserschutzgebieten (Zone II) verboten ist, auf den Rapsflächen sinnvoll als Dünger verwenden. Darüber hinaus leistet die dezentrale Verarbeitung in einer lokalen Ölpresse einen Beitrag zur Wertschöpfung in der Region. Eine weitere Aufbereitung des Öls ist nicht notwendig. Die Verwendung von kaltgepresstem Rapsöl schont die endlichen fossilen Ressourcen und verringert den zusätzlichen CO2-Ausstoß.

Das Projekt wurde von 1996 bis 1999 durch das Ministerium Ländlicher Raum mit maximal 651.250 DM gefördert.

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