| Zu 100 Prozent erneuerbar | |
Im Schwarzwaldort Bernau - Innerlehen plante der Inhaber einer Heizungsbaufirma (Schmidt, SWL) im Jahr 1994 die Errichtung eines Mehrfamilienhauses. Unter dem Eindruck der Diskussion um das weltweite Klima und die in diesem Zusammenhang notwendige Verminderung des CO2-Ausstoßes, reifte bei dem kommunalpolitisch engagierten Bauherrn die Entscheidung zugunsten einer Nahwärmeversorgung mit Holzenergie. Zusätzlich wurden weitere private Liegenschaften und ein Gebäude der Gemeinde zum Anschluss vorgesehen. ![]() |
![]() Die Heizzentrale wurde im Untergeschoss des Mehrfamilienhauses eingerichtet; der Brennstoffbunker schließt unmittelbar daran an und kann durch Abkippen befüllt werden. Als Feuerung ist ein 200kW Unterschubkessel und für Störfälle ein Stückholzkessel installiert. Ergänzt wird die Holzheizung durch eine solarthermische Anlage. |
| Mit dieser Technik wird die gesamte benötigte Wärme entweder direkt durch die Solaranlage oder indirekt durch gespeicherte Sonnenenergie in der Biomasse bereitgestellt. Die Versorgung mit Hackschnitzeln übernimmt zu etwa 70% die Forstbetriebsgemeinschaft Bernau, eine Vermarktungsorganisation der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Dazu wurde eigens ein einfaches 350 cbm fassendes Zwischenlager gebaut, das die Versorgungssicherheit auch im Winter gewährleistet. Es werden hauptsächlich ungeastete Nadelholzgipfel gehackt, die an Waldwegen oder beim Lagerschuppen konzentriert werden. Zwei Landwirte übernehmen die Aufbereitung mit einem Kleinhacker und den Transport ins Zwischenlager bzw. zum Heizwerk. Im Regelfall wird dem Waldbesitzer der Preis für geringerwertiges Industrieholz vergütet. Darüber hinaus liefert eine ortsansässige Leistenfabrik unbehandelte Holzreste aus der Produktion. Die ersten positiven Betriebserfahrungen in Innerlehen ermutigten den Betreiber, eine zweite Anlage in Bernau-Unterlehen zu planen. Für das Neubaugebiet 'Unterlehen 1' wurde ein unterirdisches Heizhaus gebaut und ein Wärmenetz für 18 Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus verlegt. Die Technik sowie die Leistung der Wärmeerzeugungsanlage ist die gleiche wie in Innerlehen. Lediglich für Störfälle wurde ein Ölbrenner eingebaut. | |
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Zwischenzeitlich betreibt die Firma SWL Bernau mehrere Heizzentralen, die ausschließlich mit Holz arbeiten. Die Erfahrungen mit der eingesetzten Unterschubfeuerung sind gut. Wo möglich, wird Holz aus dem Wald in erheblichem Umfang eingesetzt. Speziell für Bernau hat sich die Unterhaltung eines Zwischenlagers bewährt, da im Winter, bedingt durch die Höhenlage, die kurzfristige Bereitstellung von Hackschnitzeln direkt aus dem Wald nicht immer möglich ist. |
Der Einsatz von Holzenergie - auch in relativ kleinen Wärmenetzen - kann wirtschaftlich interessant sein. Von ökonomischer Bedeutung ist dabei vor allem die Brennstoffbereitstellung durch land- und forstwirtschaftliche Betriebe: Vorhandene Maschinen werden besser ausgelastet und es entstehen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Positive Umwelteffekte ergeben sich durch die Einsparung von fossilen Brennstoffen und der damit verbundenen 'grauen' Energie (Verarbeitung u. Transport). Gefahren durch Brennstofflagerung und Transport sind bei Hackschnitzeln praktisch zu vernachlässigen. |
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| SWL
- Bau- u. Betriebsgesellschaft für Holzheizungen GmbH St. Johann - Weg 1 79872 Bernau - Innerlehen Tel. 07675 / 9088 80 Fax. 07675 / 9088 89 E-Mail: SWL-Waerme-aus-der-Natur@t-online.de |
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| Die Projekte
wurden 1995 und 1996 durch das Ministerium Ländlicher Raum mit 138.000 DM
gefördert. |
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